Untersuchungen zum Fledermausschutz im Wald


 Lage:  Staatswald Forstamt Nidda; Eschberg und Wälder rund um den Heißbachgrund


Zweck der Maßnahme:  deutliche Verbesserung der Erkenntnisse über die vorkommenden Fledermausarten; Ermittlung von Wochenstuben und Winterquartieren speziell der seltenen Mopsfledermaus; gezielte Einbindung des Schutzes der heimischen Fledermäuse in die forstliche Bewirtschaftung und damit deutliche Minimierung der Störfaktoren 


Anlass: Die Mopsfledermaus galt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert in Hessen als fast ausgestorben. In den bisherigen Verbreitungskarten für Hessen ist im Bereich der Wetterau noch kein größeres Vorkommen der Mopsfledermaus ausgewiesen. Das Forstamt Nidda hat für die Mopsfledermaus Barbastella barbastellus eine, im Zuge der Naturschutzleitlinie von Hessen Forst initiierte, Artpatenschaft im Jahre 2017 übernommen. Die an alte Wälder gebundene Mopsfledermaus ist eines der seltensten Säugetiere Hessens und galt bis Ende des letzten Jahrhunderts als vom Aussterben bedroht. Es ist der Wunsch des Forstamtes und der betreuten Waldbesitzer den Fledermausschutz in die forstliche Bewirtschaftung zu integrieren

Art und Umfang der Maßnahme: Ab Ende April 2015 wurden am Eschberg mittels Detektoren und begleitend mittels Netzfängen bis Oktober 2015 die vorkommenden Arten und deren Aktivitätshäufigkeit ermittelt. Ab Mitte 2016 wurden dann zusätzlich im Waldgebiet rund um das NSG „Heißbachgrund von Michelnau“ und am stillgelegten Basalttuffbruch von Michelnau weitere Untersuchungen mit Detektoren vorgenommen, um den Aktionsradius und das Habitatnutzungsverhalten, speziell der gefundenen Mopsfledermäuse, zu erkunden. Ziel ist es sowohl die Wochenstuben als auch die Winterquartiere, insbesondere der Mopsfledermaus zu erkunden und diese gezielt zu schützen. Neben der seltenen Mopsfledermaus konnten bislang 15 weitere Fledermausarten identifiziert werden. 

Im Diagramm wird der zeitliche Verlauf der Aktivität (Rufsequenzen) einer Mopsfledermaus für jeden Monat (X-Achse) durch blaue Balken dargestellt. Die durchschnittlichen Aktivitäten in einem Monat ist auf der linken Seite (Y-Achse) linear aufgeführt. Eine Aktivität ist eine Aufnahme von mehreren Rufen im Erfassungsbereich von einem Fledermausdetektor.

Die Mopsfledermaus wurde im Steinbruch von Michelnau von Ende Juli bis Oktober 2016 und im Februar und März 2017 mit äußerst hoher Aktivität registriert. Im Wald am Eschberg wurde bereits im März 2016 eine äußerst hohe Aktivität ermittelt. An beiden Aktivitätsschwerpunkten ist ein gleiches Aktivitätsmuster vorhanden. Nach diesen Ergebnissen wird ein Schwärmquartier und vermutlich ein Winterquartier für die Mopsfledermaus im Steinbruch in Michelnau und am Eschberg erwartet. Die vielen hundert Spalten in den Wänden des besonderen Steines im Steinbruch bieten nicht nur für die Mopsfledermaus die besten Voraussetzungen für eine ungestörte Überwinterung. In der restlichen Jahreszeit von April bis Juli erscheint die sehr seltene Mopsfledermaus nur sporadisch und nicht mehr jede Nacht. Die Aktivitätshöhe nimmt von April bis Juni ab und steigt im Juli wieder deutlich an. Nach diesem Verhaltensmuster sind die Wochenstube der Weibchen und die Sommerquartiere der Männchen in einem größerem Abstand zum bisherigem Suchraum zu erwarten. Die bisherigen telemetrischen Untersuchungen können dies ebenfalls bestätigen, weil im näherem Umkreis (5km) kein Tagquartier während der Schwärmphase gefunden wurde. Zum Auffinden der Sommerquartiere sind weitere Netzfänge mit anschließenden telemetrischen Untersuchungen erforderlich.

Ein umfangreicherer Zwischenbericht ist unter https://www.hessen-forst.de/forstamt-nidda aktuelles-1906.html zu finden.

Beteiligte:

Träger/in: SDW Nidda – Adam Strecker, HessenForst - Forstamt Nidda

Eigentümer/in der Fläche: Land Hessen und Forstbetrieb Finkenloch 

Kontinuierlicher Detektor im Wald

Mopsfledermaus Bild: Otto Schäfer



Informationen:

Adam Strecker, SDW Nidda und Umgebung, Sudetenstr. 22, 63691 Ranstadt, Tel.: 06041-6588

Anselm Möbs, Hess. Forstamt Nidda, Auf der Platte 34, 63667 Nidda, Tel.: 06043-9657-22